Basics Festival 2006 Vom Suchen und Finden... Das
Angebot bestimmt den Mangel und das Angebot scheint unerschöpflich.
Suchmaschinen geleiten die Nachfrage auf dem Informationsmarkt sicher
zum Ziel, führen zum benötigten Stück Wissen, zur gewünschten Ware und
zum ersehnten Kontakt. Scheinbar nur ein Mausklick trennt vom
offensichtlich Fehlenden. Die Internetcommunity surft durch den
Katalog der Möglichkeiten. Alles ist greifbar nahe, jede und jeder
erreichbar. Die Bedürfnisse wachsen in dem Maße, in welchem ihre
Befriedigung möglich scheint. Datingsysteme (netcommunities,
single-chats, friendscouts, etc.) verzeichnen täglich tausende von
Neuzugängen. Das eigentliche Prinzip des Kennenlernens (Sehen -
Sprechen - Schreiben) wird hierbei umgekehrt (Schreiben - Sprechen -
Sehen). Das bietet viel Raum für Spekulation und Wunschvorstellungen, in
welchem sich neue Identitäten entwickeln oder unentdeckte aufbrechen
können. Identitäten werden zu persönlichen Visitenkarten, ausgerichtet
auf Zielgruppe und Erfolg. Eigenmarketing ist die Devise. Sind
lediglich Marktmechanismen am Werk? Wie entwickeln sich die Verhältnisse
von Mensch und Ware unter diesen Bedingungen? Kann sich Suche
verselbstständigen? Welche Rolle spielt hierbei die scheinbare
Anonymität, welche die Konzeption von Datingsystemen (Rentabilität,
Image, Vermittlungssystematik)? Ist der Höhepunkt des Internetdatings
bereits erreicht? Vom 1. bis zum 25. März werden subnet,
galerie5020 und die ARGEkultur Salzburg im Rahmen des Festivals mittels
Installationen, Ausstellungen, schauspielerischer Intervention,
Medienperformances, lectures, Partys und einer Netz-Sucht(t)-Kampagne
(Datingplattform) sich mit den kulturellen und gesellschaftlichen
Dimensionen dieser Thematik aueinandersetzen. In einem dreitägigen
Symposion der Fachhochschule Salzburg (Studiengang MultiMediaArt) wird
das diesjährige Festival dann seinen Abschluss finden.
Marcus Hank
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