Projectorettes
HELLO, PUBLIC !
Es ist das Anliegen von Projectorettes, Menschen zu versammeln,
gemeinsam Gegenstaende /Streitfragen zu untersuchen, die Kunst des
Eigensinns walten zu lassen und Handlungsfaehigkeit zu erlangen.
Wie koennte eine objektorientierte Demokratie aussehen? Auf welche
Art und Weise werden die jeweils legitimen Menschen um bestimmte
Streitfragen versammelt? Was bedeutet der Gegenstand, um den es geht,
fuer die Augen und Ohren derjenigen, die um ihn versammelt sind? (Bruno
Latour, Von der Realpolitik zur Dingpolitik 2005)
Leere Arenen/Raeume, in denen sich Menschen versammeln, um
erstmal nichts weiter zu tun als zu sprechen. (vgl. Latour 2005)
Das Prinzip der ACTIONALITY durchdringt Weisen des Konsumierens.
Um die Muster des Kapitalismus anzufechten, brauchen wir [nicht nur
PerformerInnen, die sich nicht als Ware vermarkten lassen, sondern auch]
ein Publikum, das zur aktiven Teilnahme bereit ist und nicht nur blind
konsumieren will. Ich weiss, es ist moeglich, ich hab's gesehen.
(Kathleen Hanna, Performance und Image, in: Anette Baldauf, Katharina
Weingartner, Lips Tits Hits Power? 1997)
Die ueberfluessige Zeit, die Zeit der Banalitaeten des spektakulaeren
Konsums, oder, wie sich die SI ausdrueckt, die Zeit der LANGEWEILE ist
aufgrund des Passivverhaltens der Menschen <immer konterrevolutionaer>
[BE: 119/SI1: 267]. (Situationistische Revolutionstheorie. Eine
Aneignung 2005)
DENN DER ALLTAG IST DIE <<VOM KAPITALISMUS PRODUZIERTE UND
KONTROLLIERTE PASSIVITAET>> [BE: 103/SI1: 231] (ebd)
Sich zu versammeln, ist eine Sache; vor den Augen und Ohren der
Versammelten zu repraesentieren, worum es geht, eine andere. Eine
objektorientierte Demokratie sollte sich nicht nur um die Verfahren
kuemmern, die relevanten Parteien herauszufinden, sondern ebenso um die
Methoden, wie der BEWEIS fuer das, worueber debattiert werden soll, ins
Zentrum der Debatte gebracht werden kann. ( siehe Latour 2005)
Die PARTY als lustvolles, oeffentliches Statement, um die BEWEISE zu
erbringen.
Sie haben Recht: Party gehört zu Partei. Sie können das Wort in jedem
modernen etymologischen Wörterbuch nachschlagen. Ich gebe Ihnen den
Eintrag aus Knaurs Etymologischem Wörterbuch von Ursula Hermann (1992)
wieder: "Party ... aus engl.party 'Gesellschaft, geselliges
Beisammensein', aus frz. partie 'Teil., Bestandteil, Menge (von Dingen
oder Personen)', zu partir aus lat. partire 'teilen', zu pars, Gen.
partis, 'Teil'". Das klassische etymologische Wörterbuch 'Kluge -
Seebold' gibt überhaupt nur an: Party s.Partei. (Gerlinde Weiss,
Institut fuer Germanistik/Salzburg 2006)
Was bewirkt dabei der RAUM, und wie wirken wir auf den Raum?
Ein Raum entsteht, wenn man Richtungsvektoren, Geschwindigkeitsgroessen und die Variabilitaet der Zeit in Verbindung bringt. Der Raum ist ein Geflecht von beweglichen Elementen. Er ist gewissermassen von der Gesamtheit der Bewegungen
erfuellt, die sich in ihm entfalten. Er ist also ein Resultat von
Aktivitaeten, die ihm eine Richtung geben, ihn verzeitlichen und ihn
dahin bringen, als eine mehrdeutige Einheit von Konfliktprogrammen und
vertraglichen Uebereinkuenften zu funktionieren. Im Verhaeltnis zum Ort
waere der Raum ein Wort, das ausgesprochen wird, das heisst, von der
Ambiguitaet einer Realisierung ergriffen und in einen Ausdruck
verwandelt wird, der sich auf viele verschiedene Konventionen bezieht;
er wird als Akt einer Praesenz (oder einer Zeit) gesetzt und durch die
Transformationen veraendert, die sich aus den aufeinanderfolgenden
Kontexten ergeben. Im Gegensatz zum Ort gibt es also weder eine
Eindeutigkeit noch die Stabilitaet von etwas „Eigenem“. Insgesamt ist
der Raum ein Ort, mit dem man etwas macht. (Michel de Certeau, Kunst des
Handelns, p. 218)
Unser BLOG versucht die zeitliche Begrenzung des Zusammenkommens
(>>>>PARTY! >>>>4.MAERZ!) zu ueberwinden und erweitert deren PHYSISCHEN
RAUM. Ab sofort werden auf www.projectorettes.net Ideen,
Anliegen, Streitfragen gesammelt und diskutiert.
SPACE IS THE PLACE. (Sun Ra 1973)
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