Manuela Mitterhuber
"Rendezvous Amicale Vite"
Ein Raum, ein Tisch, eine Stunde und drei Minuten pro Gespräch. In
einem Gebäudekomplex mit 340 KünstlerInnen aus 46 Nationen lädt das
"Rendezvous Amicale Vite" zu einer Versuchsanordnung über Effizienz und
Struktur der ersten Kontaktaufnahme und Vernetzung im Kunstbetrieb.
Netzwerke sind dynamische Systeme. Ihre Komponenten sind selbst
wieder Teilsysteme, die untereinander verbunden sind. Sind diese
Verbindungen nicht linear und nicht hierarchisch, sondern
schleifenartig, entstehen Rückkoppelungseffekte. Diese ermöglichen
Selbstorganisation und Lernfähigkeit. Soziale Netzwerke umschreiben die
losen Interaktionsgeflechte bzw. informellen Zusammenschlüsse von
Menschen, die sich gegenseitig kennen und durch die spezifische
Systematik des Wirkungsgefüges eines Netzwerkes einen Vorteil erfahren
oder sich erhoffen. Der Aufbau eines solchen Beziehungsgeflechts, die
Positionierung im Netzwerk des Kunstbetriebes ist für das
gesellschaftliche Fortkommen im ökonomischen, sozialen und
institutionelle Zusammenhang, in dem zeitgenössische Kunst, ihre
Organisation, Vermittlung, und ihre Rezeption aktuell überwiegend
stattfinden unerlässlich.
Manuela Mitterhuber, geboren 1974, Studium an der Akademie für
Bildende Kunst Wien und am Mozarteum Salzburg. Lebt und arbeitet in
Salzburg und Frankfurt/M.
Salle Nº5, Cite des Arts International, Donnerstag, 22. Juni 2005
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