Peter Haas
wenn ... wer ... wem ... applaudiert (sich selbst)
Eine "Verabredungsform" habe ich versprochen – dabei selbst damit
geliebäugelt endlich einmal eine Plastik im materielleren Sinne
abzuliefern. Wieder ist es ein Bastard aus versteckten Andeutungen,
mehrdeutigen Aufforderungen, Inszenierungsansätzen und unvollständigen,
schwer verständlichen Zitaten geworden.
Von Zusammenarbeit unter KünstlerInnen und der Anbahnung der
entsprechenden Kontakte bin ich ausgegangen. Meine Beziehung
(Bewunderung, Anbiederung, Herausforderung, Spannung) zu anderen
KünstlerInnen wollte ich untersuchen und darstellen. Die Beziehung zum
Publikum oder meine eigene Erfahrung als Teil eines Publikums ist mir
dabei in die Quere gekommen. Die Behauptung, dass in diesem, das Werk
erzeugenden Moment der Rezeption schon Zusammenarbeit stattfindet hat
mich aufgehalten. Dieser Moment des offiziellen Erscheinens von
Publikum, wenn es vorgesehen ist zu applaudieren. Distanzierend und
involvierend zugleich erfüllt Applaus eine Vielzahl von Funktionen.
Klatschen kann schon alles sein.
In der Übergabe der Verantwortung, in der Anstiftung zum Selbstversuch
schaffe ich mir wieder ein Schlupfloch. Das Versteck wird für das Spiel
als funktionelle Notwendigkeit aufgebaut, zeigt sich aber auch als
Verkörperung der zentralen Problematik: sich zeigen/sich verstecken.
Heimlichkeiten in aller Öffentlichkeit.
Wesentlicher Teil meiner Arbeit ist die Arbeit anderer ... Namen werden
nicht genannt Ich füge hier noch einen wichtigen Teil an, der
eindringlich Dank sagen soll an alle KünstlerInnen, die mir ständig
durch den Kopf gehen und in irgendeiner Weise in meiner Arbeit zitiert
werden – weil ich auch dieses Zitieren als (einseitige) Form der
Zusammenarbeit sehe und die oft ungefragt Beteiligten einen großen Teil
der Arbeit geleistet haben. Sie hier beim Namen zu nennen ist aus
verschiedenen Gründen unmöglich, wäre etwas zwischen simplem „name
dropping“, „stalking“ oder Verrat. Dass ich auch dem Publikum danke, es
von den KünstlerInnen hier nicht unterscheiden mag, versteht sich von
selbst. Auch hier werden Namen wichtiger Einzelner verschwiegen.
Die Namen von Leitung und Team der Galerie 5020 sind allen bekannt –
Ihnen kann ich nicht genug danken. Sie haben alles getan. Ich darf
wenigstens applaudieren!
Peter Haas, lebt und arbeitet in Salzburg als bildender Künstler und als Kunsterzieher
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