SPEAKERS
Roland Alton-Scheidl

Evelina Bühler-Ilieva

Marion Breitschopf

Gundolf S. Freyermuth

Christiane Funken

Wolfgang Kellner

Oliver Marchart

Wolfgang Müller-Funk

PLENUM
Abschlußplenum
SYMPOSION

Gundolf S. Freyermuth

'Sex Degrees of Separation, oder: Kann denn Liebe Seuche sein?'

Kommunikative Konsequenzen zivilisatorischer Vernetzung


Samstag, 25. März 2006, 17.00 - 17.30 Uhr

Wo ein Wille ist, muss ein Weg sich keinesfalls finden. Und umgekehrt: Was nicht sein soll, geschieht bisweilen unaufhaltsam. Denn zwischenmenschlicher Verkehr, den Einzelne erstreben oder zu verhindern suchen, ist den Netzwerken, die je zur Verfügung stehen, vorgängig als Potenzial einbeschrieben. Was topologisch gesetzt ist, kann individuelles Handeln in relativer Selbstbestimmung realisieren; nicht mehr, aber auch nicht weniger: Das ist die zentrale Einsicht, die aufklärerisch - in Eulers Lösung des Königsberger Brückenproblems – die wissenschaftliche Netzwerk-Theorie fundierte. Seitdem schritt zivilisatorische Vernetzung in sukzessiven Schüben von ihren analog- manuellen Ursprüngen zu analog-automatisierten und schließlich digital-virtuali-sierten Transport- und Kommunikationsverfahren fort. Jede dieser Basisinnovationen steigerte kategorial die Möglichkeiten, zuvor unerreichbare Partner zu entdecken, mit ihnen medial zu kommunizieren und auch schließlich ihnen physisch zu begegnen. Die Präsentation skizziert diese Eskalation zivilisatorischer Vernetzung und illustriert deren soziokulturelle Erfahrung mittels zeitgenössischer Schreckvisionen und Angstlustfiktionen, die imaginierte oder reale Gefahren medialer Vermittlung gerade bei der Anbahnung erotisch-sexueller Kontakte inszenieren. Im Zentrum steht dabei der durch technische Vernetzung induzierte raumzeitliche Wandel geschlechtlicher Kommunikation, des Austauschs von Reizen und Gefühlen, Wissen, Viren und Genen. Den vorläufigen Endpunkt bilden kommunikationspraktisch Varianten virtuell- transmedialer Vernetzung, kommunikationswissenschaftlich die Kleine-Welt-Theorie(n). Von deren fortgeschrittener Beobachtungsposition aus wird abschließend ein Ausblick über die Gegenwart hinaus in die nahe Zukunft der Partnerfindung versucht.

Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth, geb. 1955, lehrt Ästhetik und Kommunikation an der Internationalen Filmschule Köln. – Werdegang: Studium der Literaturwissenschaft, wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin, Promotion zur Digitalisierung von Kunst und Unterhaltung. Berufstätigkeit u. a.: Redakteur TransAtlantik, Reporter stern, Chefreporter Tempo. In den neunziger Jahren Fachautor für digitale Medien und Kultur in den USA. Autor von neun Sachbüchern, darunter Cyberland (Rowohlt: Berlin 1996) und Kommunikette 2.0 (Heise: Hannover, 2002), sowie drei Romanen. – Aktuelle Projekte: Vorbereitung der elektronisch-transmedialen Publikation einer Kulturgeschichte der Digitalisierung, Forschung zur Theorie und Geschichte medialer Vernetzung.

ORT

FH Salzburg MultiMediaArt
Urstein Süd 1
5412 Puch/Salzburg
+43/50 22 11 0
HS 110 office.mma@fh-salzburg.ac.at

Anfahrt
DETAILS

Gundolf S. Freyermuth: "Sex Degrees of Separation, oder: Kann denn Liebe Seuche sein?" Kommunikative Konsequenzen zivilisatorischer Vernetzung

Saturday, 25. 03.
17.00 - 17.30