Oliver Marchart
Kommunikation und Antagonismus
Die Trennung in der Verbindung
Eine Theorie des Medialen ist heute, so die These, nur als politische
Theorie möglich. Damit ist nicht eine Theorie der /Medien/ gemeint.
Sondern verstehen wir mediale /Kommunikation/ grundsätzlicher als jenes
Band, das ein /Gemeinsames/, eine /community /erzeugt, dann können wir
sie nur politisch fassen. Denn dieses Band läßt sich nur im Konflikt
gegenüber einem negierten Außen bilden: Es ist notwendigerweise ein
"Band der Teilung" (Loraux) oder des "Antagonismus" (Laclau/Mouffe). Das
bedeutet, dass - auf einer grundsätzlichen Ebene - jede Kommunikation
politische Kommunikation ist. Das Politische = das Mediale = das
Öffentliche. Wenn nun aber jede Kommunikation politische Kommunikation
ist, was bedeutet das, um es mit Pascal zu sagen, für die Kommunikation
"des Herzens"? Wo ist der Ort oder das /Date/, das /nicht /politisch und
darin /nicht /medial wäre, aber vielleicht dennoch im Inneren des
Öffentlichen?/ /Der Vortrag sucht nach diesem Ort /in coram publico/.
Oliver Marchart, Mag.Dr.phil (Wien), PhD (Essex). Studium der
Philosophie in Wien und der politischen Theorie und Diskursanalyse in
Essex. Seit 2001 wissenschaftlicher Assistent am Institut für
Medienwissenschaften der Universität Basel; Lehraufträge in politischer
Philosophie an Universitäten und Kunsthochschulen im In- und Ausland.
Arbeitsschwerpunkte: Politische Philosophie und Kultur-, Kunst- und
Medientheorie. Aktuelle Buchveröffentlichungen: /Neu beginnen. Hannah
Arendt, die Revolution und die Globalisierung/, Wien: Turia + Kant
(2005); /Laclau. A Critical Reader/, hgg. mit Simon Critchley,
London/New York: Routledge (2004); /Techno-Kolonialismus. Theorie und
imaginäre Kartographie von Kultur und Medien/, Wien: Löcker (2004); im
Erscheinen: /Ästhetik des Öffentlichen. Eine politische Theorie
künstlerischer Praxis, /Wien: Turia+Kant; /Post-foundational Political
Thought. //Political Difference in Nancy, Lefort, Laclau and Badiou/,
Edinburgh: Edinburgh University Press.
|